wozu braucht mein Lagotto einen Stammbaum?

Ein Lagotto soll es sein …

Dieses Stück Papier hilft Elend zu vermeiden!

Der Lagotto Romagnolo ist ein wunderbarer Begleiter, ein fantastischer Sportler, haart nicht und ist trotz, oder gerade wegen seiner Grösse, ein sehr ansprechender Hund.
Aus diese Grund gelangen viele Menschen auf der Suche nach „ihrem“ Hund zum Lagotto und leider sind wir schon im Trend, dass geldgierige Leute ihre Hunde ohne Papiere vermehren zum Zweck des schnellen Geldes. Ja, man kann auch züchten und Geld verdienen dabei.
Ein seriöser, guter Züchter verpaart nicht einfach nur zwei Hunde miteinander, nein, er LEBT die Zucht, er liebt seine Tiere und hat sie nicht nur einfach da, um Geld damit zu verdienen, er arbeitet mit den Hunden und lässt nicht einfach bei jeder Läufigkeit den Rüden drauf. Er hat nicht einfach 10 Hunde, damit er den Bedarf von Welpenkäufern decken kann (und natürlich auch seine Brieftasche).
Beim seriösen Züchter sind die Wartelisten meist lang und man muss eine Wartezeit in Kauf nehmen. Diese lohnt sich jedoch meist.
Zu Recht werden Sie sich fragen, was diese Papiere, Stammbaum überhaupt bedeuten. Sie wollen ja nicht züchten oder sonst etwas unternehmen, wofür Sie diese Papiere brauchen, also was soll dieses Getue, Lagotto ist doch Lagotto, denn die ohne Papiere sind auch hübsch und quirlig?
Dies ist tatsächlich nicht richtig, denn es gilt als erstes, dass nur ein Hund mit nachgewiesenen Generationen, die alle im Stammbuch vermerkt sind als Rassehunde gilt… aber auch dies ist für Sie noch kein wirklicher Grund, diese Lagotti sehen aus wie die anderen Lagotti…
Der für mich massgeblichste und wichtigste Grund liegt im Schutz der Zuchthündin und ihrer Welpen. Dieser Grund sollte JEDEM Hundefreund und zukünftigen Hundebesitzer wichtig sein, also ganz bestimmt auch Ihnen. In Facebook und den einschlägigen Verkaufsportalen sind mittlerweile nicht selten Lagottowelpen aus dem Ostblock oder Süden zu finden, ein Zeichen, dass Menschen der Länder, die in der Krise sind, gemerkt haben, dass mit Welpen schnelles, gutes Geld zu machen ist. Ohne Rücksicht auf die Mutterhündin oder die Welpen wird produziert. Ausschlussware landet nicht selten auf der Strasse, im Tierheim oder gar im Strassengraben. Es ist ein Dreckgeschäft mit Hundewelpen und jeder, der so ein Tier kauft, fördert es!

In der Schweiz darf eine Hündin nur zur Zucht eingesetzt werden unter folgenden Bedingungen

  • sie muss eine Zuchtzulassung bestehen mit morphologischem Test bei einer Spezialrichterin, sowie einem Charaktertest.
  • sie muss Hüftdysplasie, Patella untersucht und attestiert haben.
  • sie muss DNA Tests vorlegen für BFJE, LSD und Furnishing.
  • sie darf erst ab 18 Monaten mit einem Rüden verpaart werden.
  • sie darf max. 1 Wurf / Kalenderjahr haben.
  • sie hat nach Grosswürfen, ab 8 Welpen, eine Schonzeit.
  • sie darf max. 6 Würfe in ihrem Leben haben.
  • sie darf bis zum 9. Geburtstag verpaart werden.

Dies sind doch schon ein paar gute Gründe um darauf zu achten, ob der Lagottozüchter wirklich mit Papieren züchtet? Aber es kommt noch mehr…
Ein Züchter SKG/FCI musste vorab seinen Zuchtnamen registrieren lassen. Nach dem Antrag zum Registrieren kommen Mitglieder der Zuchtkommission des Lagottoclub Schweiz zur Vorkontrolle, worin die Mindestbestimmungen kontrolliert wurden und ebenso der gesundheitliche momentane Zustand aller im Haushalt lebenden Hunde kontrolliert wird.
Ist ein Wurf da wird dieser mindestens 1x vom Lagottoclub kontrolliert (2x bei Würfen über 8 Welpen). Dabei wird alles kontrolliert von der Zuchtstätte, jedoch auch die Welpen und eventuell ersichtliche Mängel notiert. Auch die erwachsenen Hunde im gleichen Haushalt werden auf Impfungen kontrolliert.
Vom seriösen Züchter bekommen Sie einen Vertrag mit dem Welpen, der Ihre Rechte und Pflichten auflistet und ev. Mängel auch vermerkt sind, welche bei der Kontrolle des Clubs ersichtlich waren.
Die Welpen vom seriösen Züchter sind mehrere Male entwurmt, gechipt und das erste Mal geimpft, wenn sie abgegeben werden mit 10 Wochen. Ich erwarte vom seriösen Züchter auch die Abgabe eines Heimtierausweises (Eu-Standard)
Immer wieder höre ich von Vermehrern, die ihre Lagottomischlinge für 1’400 bis 2’000 Franken verkaufen. Ein Lagotto vom Schweizer Züchter kostet um die 2’500 Franken. Diese Vermehrer können Ihnen jedoch ziemlich sicher nicht einen der oben erwähnten Atteste zeigen, nein, sie behaupten noch dreist, dass sie nicht mit Papieren züchten, weil sie Ärger mit dem Club hatten.
Dazu eine Erklärung: Um mit FCI Papieren zu züchten muss man nicht Mitglied im Lagottoclub sein!
Dann gibt es noch diejenigen, welche erklären, dass sie nichts mit Ausstellungen am Hut haben. Ja, das kann man bestimmt nachvollziehen, aber sie als Käufer wollen doch einen rassereinen Lagotto Romagnolo und wo sollte man sonst die Hunde auf ihre Merkmale prüfen lassen, wo können Sie sonst so viele Lagotti auf einem Platz erleben und dann noch ein Argument: Um ihre papierlosen Lagotti zu produzieren sind diese „Züchter“ darauf angewiesen Hunde aus seriösen Zuchten zu bekommen, ist doch ein Paradoxum oder? Ausserdem braucht es um in der Schweiz zu züchten, auch mit Papieren, keine Ausstellungen.
Es sind alles Erklärungen, damit leichtgläubige, nicht aufgeklärte Menschen einen vermeintlichen Lagotto kaufen. Seien Sie nicht dumm, warten Sie lieber ein paar Monate auf Ihren Traumhund und helfen Sie mit diese Vermehrer zu strafen.

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